"Ostfriesische Rache" von Andrea Klar: Kindesentführungen - Hauke Holjansens Nervenkrieg!

Im 3. Ostfrieslandkrimi von Andrea Klier um Hauptkommissar Hauke Holjansen, wird ein brisantes Thema aufgegriffen, das ans Herz geht. Verstört und hilflos stehen wir oft den Meldungen aus den Medien gegenüber, wenn es um die Entführung eines Kindes geht. Wenn das, was eigentlich am meisten vor Übergriffen geschützt werden muss, nämlich unsere Kinder, auf einmal in einen Opferstatus rückt, macht das unglaublich betroffen. Vor allem, wenn ein Kind nach dem anderen verschwindet und nicht wieder auftaucht, stellt sich die Frage nach einem psychopathischen Täter! 

Wenn dann die Ermittler unter Zeitdruck in einen Strudel der Verdächtigen eintauchen müssen und fieberhaft nach dem Verbrecher suchen, ist das an Spannung kaum zu übertreffen. Andrea Klier lässt immer wieder neue Verdachtsmomente aufkommen, die uns in die Irre führen und uns bis zum Schluss atemlos zurücklassen!
Ostfriesische Rache - Hauke Holjansens 1. Fall
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Die weiteren Fälle aus der Reihe:
Lazarusmorde -  Hauke Holjansens 1. Fall http://www.amazon.de/dp/B00L4K7WHY
Die schwarze Perle - Hauke Holjansens 2. Fall http://www.amazon.de/dp/B00T1RN5J6



Atemlos bis zum Schluss:
Die 1. Entführung 
„Soll ich dich nach Hause fahren?“
Amelie schüttelte den Kopf. „Danke, nicht nötig. Und ich darf auch nicht zu Fremden in den Wagen steigen.“
„Es wird gleich regnen.“
Amelie blieb auf ihrer Bank sitzen und schielte nach oben. Das stimmte. Dunkle Wolken zogen am Himmel vorbei, der Wind blies kräftig, die Menschen hasteten durch die Straßen. Der Platz, in dem sie zwischen Bäumen auf einer Parkbank saß, wirkte wie verlassen. Sie würde sicher nass werden, wenn sie sich nicht beeilte.
„Wie alt bist du denn?“
„Zehn.“ Sie stand auf, ihre blonden Haare wehten im Wind. „Ich glaube, es regnet wirklich gleich los. Zum Glück habe ich es nicht weit.“ Amelie drehte sich um und wollte gehen.
„Möchtest du mal schauen? Sie sind noch ganz klein. Als Babys sind sie besonders süß.
Ich kann dir eines schenken, wenn du möchtest. Sie sind gerade mal sechs Wochen alt.“
Amelie zögerte. Ihre Mutter hatte ihr eingeschärft, sich nicht mit Fremden einzulassen, aber einen Blick in ein Auto werfen war sicherlich erlaubt. „Sind es Katzen oder Hunde?“, wollte sie wissen und kam näher an den Wagen heran.
„Katzen. Und wirklich drollig.“ Amelie blickte auf. Das Lächeln kam ihr plötzlich seltsam vor und gefiel ihr gar nicht mehr. Zögernd blieb sie stehen und schielte in den Wagen. Im Inneren konnte sie keine Katzen entdecken. Sie trat einen Schritt zurück.
„Traust du dich nicht? Du musst nur hineinsehen.“
Die Tür öffnete sich. Ein Sonnenstrahl, der kurz zwischen den dunklen Wolken durchbrach, spiegelte sich in der silbernen Lackierung. Im nächsten Moment sprang eine kleine grau gestreifte Katze aus dem Wagen und tapste flink Richtung Gebüsch. Amelie reagierte sofort und schnappte sich den Ausreißer. „Du bist ja goldig“, flüsterte sie und drückte das Kätzchen an sich.
„Danke, dass du so schnell reagiert hast. Es wäre schlimm gewesen, wenn sie entwischt wäre. Sie ist doch noch so klein und hilflos. Sie muss noch versorgt werden.“ Amelie nickte und kam näher an das Auto heran. „Sie ist wunderhübsch. Ich glaube, sie mag mich.“
„Ganz bestimmt. Leg sie doch bitte wieder in ihren Korb zurück, damit ihr nichts passiert.“
Amelie hätte das Kätzchen gerne noch länger an sich gedrückt und gestreichelt, aber da bereits die ersten Regentropfen fielen und der Wind an Stärke zunahm, beugte sie sich in den Wagen hinein. Sie wunderte sich noch, dass kein anderes Kätzchen im Korb lag, und legte ihres hinein.
Im nächsten Moment spürte sie einen harten Griff in ihrem Genick und wie sie brutal in den Sitz gedrückt wurde. Die zweite Hand presste ihr ein Tuch vor den Mund. Es roch ekelhaft und nahm ihr den Atem. Amelie wurde schwindlig. Die Umgebung um sie herum verschwamm, ihre Glieder fühlten sich schwer an. Das Letzte, das sie registrierte, waren die großen Augen des Kätzchens, dann brach sie zusammen und tauchte in eine bleierne Schwärze ein.

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