[5 Fragen an ...] Edna Schuchardt/Ednor Mier

Interview mit Ednor Mier


Wann haben Sie ihre erste Geschichte geschrieben und worum handelte sie?
Meine erste Geschichte? Da war ich ungefähr acht oder neun und eigentlich war es mehr ein Drehbuch oder Theaterbuch. Jedenfalls war es sehr dialoglastig. Es handelte von Sonja, die Sonja-Bücher habe ich damals nämlich verschlungen, weil Sonja alles hatte, was ich nicht besaß. Sie war hübsch, hatte langes blondes Haar, tolle Eltern, usw. Ich habe mir unheimlich gerne eigene Geschichten mit ihr als Hauptperson ausgedacht. Aber worum es in der ersten und den folgenden Geschichten sonst noch ging, weiß ich nicht mehr.

Was ist das Beste am Autor sein?
Ha, man kann Leute umbringen, meucheln und foltern, ohne dafür in den Knast zu kommen. Aber im Ernst, es ist der Beruf, den ich eigentlich immer ausüben wollte. Ich bin kein Typ, der mit dem Chef direkt vor der Nase zurechtkommt. Ich muss meine eigenen Entscheidungen treffen, meinen Stress selbst bestimmen können. Vor allem aber finde ich es toll, Leute zu erfinden, sie Schicksale durchleben zu lassen und zu bestimmen, ob sie ein Happy-End erleben dürfen oder nicht.

Was würden Sie ihren Kritikern gern mal sagen?
Das, was Goethe mal sagte: Schlagt ihn tot, den Hund. Er ist ein Rezensent!

Na ja, ehrlich: Es gibt natürlich jede Menge Kritiker, die genau wissen, was ich alles falsch gemacht habe und dass ich eigentlich eine miese Autorin bin. Aber das sind auch die Leute, die nicht mal einen Brief an die Omi fertig bekommen. Mittlerweile habe ich sehr gut gelernt zwischen konstruktiver und völlig blödsinniger Kritik zu unterscheiden. Aus der konstruktiven kann ich immer etwas erfahren und lernen, was ich in meinem nächsten Manuskript unbedingt anders oder besser machen muss. Beim Rest denke ich, aha, da war mal wieder Deppenalarm bei Amazon oder so…

Wer bekommt Ihre Bücher als Erste zu lesen?
Meine Testleserinnen. Die sind sehr streng und achten auf jede Unlogik, auf jeden “schiefen” Satz, einfach alles was an der Geschichte oder der Schreibe nicht okay ist. Das ist gerade bei längeren Manuskripten wichtig. Da kann es mir (trotz Arbeitsexposé, in denen ich genaue Personenbeschreibungen anlege) schon mal passieren, dass eine Protagonistin mit blonden Haaren auftritt, in der Mitte plötzlich kastanienbraun und am Ende rothaarig ist, ohne zwischendurch beim Friseur gewesen zu sein.

Welches eBook ist in Planung? Auf welche Werke dürfen wir uns schon jetzt freuen?
In der Planung für die nächste Zeit sind, zwei Folgen für “Scheiß Wechseljahre”, an einer arbeite ich gerade, und ein neuer Nordseekrimi, der diesmal auf einer Insel spielen wird. Spiekeroog oder Langeoog, das weiß ich noch nicht. Ich werde im November jedenfalls dort vor Ort recherchieren.


Herzlichen Dank für das Interview, liebe Frau Mier!
Dieses Interview wurde vom Klarant Verlag geführt.

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